Kathrin Klette

German journalist, living in the land of cheese and chocolate.

Category: Interview

«Grundsätzliches ist schnell geklärt»

Zwei Singles finden sich interessant, verabreden sich. Und nun? Die Psychologin Jana Nikitin, die über soziale Annäherungsprozesse forscht, über die Tücken der ersten Begegnung. [Neue Zürcher Zeitung vom 07. April 2014, Link]

«Ich bereue ‹Wir Kinder vom Bahnhof Zoo›»

Als «Christiane F.» war Christiane Felscherinow in den 1980er Jahren Deutschlands bekanntester Junkie, der Bestseller «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo» machte sie berühmt. Nun hat sie ihre Autobiografie geschrieben. [Neue Zürcher Zeitung vom 29. November 2013, Link]

«1863 war die Schweiz sehr arm»

Mit „Swiss Watching“ wurde Diccon Bewes bekannt. Für sein neues Buch reiste der Brite drei Wochen durch die Schweiz. Entstanden ist ein Portrait des Landes im 19. Jahrhundert. [Neue Zürcher Zeitung vom 24. Oktober 2013, Link]

«Viele empfinden das traditionelle Gottesbild als Last»

In einer Radiosendung hat die Pfarrerin von Muri-Gümligen, Ella de Groot, für Aufsehen gesorgt. An den traditionellen Gott glaube sie nicht, hatte sie da gesagt. Nun erklärt sie, warum. eue Zürcher Zeitung vom 26. Juli 2013, Link]

„Viele haben verlernt, auf ihre innere Stimme zu hören“

Was soll ich im Restaurant essen, welchen Bewerber soll ich einstellen, muss ich Angst vor der Vogelgrippe haben? Das heutige Leben ist voller Gefahren und Herausforderungen. Gerd Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, erklärt, wie man sich richtig entscheidet. Ein Gespräch über Gefahren im Krankenhaus, unterschätzte Risiken im Alltag und wie man die Liebe fürs Leben findet. [© evangelisch.de vom 05. April 2013, Link] Herr Gigerenzer, angenommen, ich habe ein interessantes Job-Angebot in einer fremden Stadt. In meinem jetzigen Beruf dagegen läuft es mäßig, aber ich fühle mich wohl. Was soll ich tun? Gerd Gigerenzer: Nach der klassischen Entscheidungstheorie sammeln Sie zuerst viele Informationen und listen alle Argumente […]

„Da waren nicht nur dunkle Seiten“

John Carter Cash, 41, Musikproduzent, über das Vermächtnis seines Vaters SPIEGEL: Ihr Vater, der Country-Sänger Johnny Cash, hat mehr als 500 Songs geschrieben, seine Karriere dauerte ein halbes Jahrhundert. Er hat zeit seines Lebens Drogen genommen. Wie wächst man auf mit einem abhängigen Vater? Cash: Mit neun oder zehn habe ich mitbekommen, was los war, mein Vater nahm damals zu viele Schmerzmittel. Er war dann wie ein anderer Mensch, zerstreut, ohne Verständnis. Darunter hat auch meine Mutter gelitten. Es ist nie nur der Abhängige, der krank ist. Die ganze Familie leidet. SPIEGEL: Trotzdem ging Ihr Vater ständig auf Tour und nahm die Familie mit. War es unterwegs einfacher? Cash: Das […]

„Fast jeder kann foltern“

Der österreichische Jurist Manfred Nowak, 61, über Haftbedingungen SPIEGEL: Als Uno-Sonderberichterstatter für Folter haben Sie die Haftbedingungen in 18 Ländern untersucht, von Nigeria bis in die USA. In wie vielen Ländern wurde gefoltert? Nowak: In 17 von 18. In den meisten Staaten gehören für Polizisten Schläge und Tritte zum Alltag, auch das kann Folter sein. SPIEGEL: Wo ist es am schlimmsten? Nowak: In Äquatorialguinea habe ich systematische Folter festgestellt. In der Hauptstadt Malabo haben uns Häftlinge erzählt, wie sie mit an Batterien angeschlossenen Kabeln gefoltert wurden. Ich habe diese Apparate gesehen, aber die Sicherheitskräfte haben alles abgestritten. SPIEGEL: Ein extremer Einzelfall? Nowak: Leider nein. Meine Kollegen und ich haben Schreckliches […]

„Ich denke jeden Tag an die Tat“

Die Schweizerin Nicole Dill, 42, über Vertrauen und Vergebung SPIEGEL: 2007 wurden Sie von Ihrem damaligen Lebensgefährten elf Stunden lang gefoltert, vergewaltigt und beinahe mit einer Armbrust getötet. Inzwischen haben Sie einen neuen Partner und sind Mutter eines Sohnes. Wie haben Sie wieder Vertrauen gefasst? Dill: Zuerst wollte ich keine Männer an mich heranlassen. Musste ein Arzt einen Verband wechseln, war das schon ein großer Schritt. Ich musste alles neu lernen, sogar das Atmen. Beide Lungen waren ja angeschossen. Durch viele kleine Schritte habe ich wieder ins Leben gefunden. Aber es gibt immer wieder Momente, in denen die Angst hochkommt, Dunkelheit zum Beispiel oder enge Räume, er hatte mich ja […]

„Operierte Brüste bringen nichts“

Die Autorin Sara Schätzl, 24, über den Weg zum roten Teppich und gefährliche Implantate SPIEGEL: Sie träumten von einer Karriere als Glamourgirl, auf Ihrem Weg dorthin haben Sie sich die Brüste vergrößern lassen – mit den gefährlichen PIP-Implantaten. Wie geht es Ihnen? Schätzl: Als ich davon erfahren habe, dass die Implantate reißen können, habe ich erst mal drei Tage durchgeheult. Die Strapazen, die Schmerzen, und dann erfährst du, dass alles umsonst war und dein Körper in Gefahr ist. Ich ärgere mich über die laxen Kontrollen. Der TÜV kontrolliert ein Auto stärker als die Sachen, die sie in einen Körper einsetzen. SPIEGEL: Haben Ihnen die großen Brüste bei Ihrer Karriere geholfen? […]

„Comics sind sehr effizient“

Der kanadische Künstler Guy Delisle, 45, über gezeichnete Konflikte SPIEGEL: Sie sind im August 2008 mit Ihrer Familie nach Jerusalem gezogen und haben über Ihre Erlebnisse einen Comic verfasst. Eignet sich ein Leben in Israel für lustige Zeichnungen? Delisle: Mir ging es nicht darum, politische Konflikte zu beschreiben oder Schlüsse zu ziehen. Ich habe einfach meinen Alltag beobachtet und mich mit den Leuten unterhalten, die mir begegnet sind. Ich zeige dem Leser mein Leben, mehr nicht. SPIEGEL: Ihre Frau arbeitete bei „Ärzte ohne Grenzen“ im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Die Familie lebte im Osten Jerusalems, dem arabischen Teil. Wie sah Ihr Alltag aus? Delisle: Ost-Jerusalem ist sehr heruntergekommen und schmutzig. […]